die walser
 
Besiedlung des Oberwallis durch die Alemannen
Wer sind oder waren die Walser? Die Walser sind kein Volksstamm im eigentlichen Sinn, sondern sie stammen von den
Alemannen ab, die zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert vom Norden kommend (hauptsächlich Grimselpass), das Goms
besiedelten. In den spärlich besiedelten Seitentälern (Goms, Binn, Lötschen) boten sich dem arbeitswilligen,
rodungskundigen und freiheitsliebenden Volk gute Siedlungsmöglichkeiten.
Die Alemannen haben dem Oberwallis die deutsche Sprache verliehen, die es bis heute erhalten hat. Im 12. Jahrhundert
sind grössere Alemannenstämme ins obere Wallis eingedrungen. Die Germanisierung vollzog sich rascher im Goms als
unterhalb von Brig, wo die «Verdeutschung» nur schrittweise vor sich ging. Die keltisch-romanische Bevölkerung dieser
Region leistete den germanischen Eindringlingen lange Zeit Widerstand.

Abwanderung - Beginn der Walserzüge
Die Alemannen waren ein kinderreiches, freiheitsliebendes Volk. Doch die stark angewachsenen Sippengrössen waren
nicht der einzige Grund, dass viele Familien über die Pässe zogen, um in schwach besiedelten oder unbewohnten
Bergtälern, auf wilden und rauhen Höchinen, neuen Lebensraum zu suchen.
Das neue Land, das sie besiedelten, gehörte damals dem Bischof von Sitten, der die Ländereien wiederum an einige
verwandte Feudalherren aus der Lombardei entlehnt hatte. Die Walser Leute wurden in die entlegenen Gebiete geschickt,
um dort zu roden, den Boden urbar zu machen und dem Grundherrn in Kriegszeiten mit Leib und Leben beizustehen.
Als Entgelt für die kolonisatorische Arbeit unter erschwerten Bedingungen handelten sich die Walser in beinahe allen
Gebieten Rechte und Freiheiten (z. B. die «Niedere Gerichtsbarkeit») ein, welche die Ureinwohner der Umgebung nicht
besassen.
Die Walser Wanderung ist nicht als ein Massenauszug zu verstehen. Während beinahe 300 Jahren zogen Walliser entweder
aus dem Stammland oder aus den primären Erstsiedlungen (z.B. Pomatt) in weitere Siedlungsräume (z. B. vom Pomatt
über die Guriner Furka nach Bosco Gurin). Später ging die Walserwanderung weiter nach Graubünden bis ins Voralberg.
Anfänglich waren es immer kleine Kolonien, dann folgten weitere Siedler nach.

Wer sich genauer über die Geschichte der Walser informieren will, dem steht genug einschlägige Literatur zur Verfügung.


  Walser Kolonien gibt es in den Hoheitsgebieten von:
Frankreich (Savoyen)
Italien (Piemont)
Liechtenstein (Triesen)
Österreich (Voralberg/Tirol)
Schweiz (Wallis, Uri, Graubünden, Tessin, St. Gallen, Bern)

Karte Ausbreitung der Walserwanderung


Goms - Pomatt - Wiege der Walserwanderung
Das Goms kann nachweislich als Wiege der Walserwanderung bezeichnet werden. Von hier aus zogen die ersten Siedler
(Alemannen bzw. Gommer) vor mehr als 750 Jahren über den Gries- und Albrunpass ins Pomatt. Sie rodeten die Wälder,
machten den Boden urbar und erbauten eine ganze Anzahl kleiner Dörfer und Weiler. Vor der Walser Einwanderung war
das Tal teilweise bis auf die Passhöhen hinauf als Alpweiden von den Romanen des unteren Tales benützt worden.
Die Pomatterwalser entwickelten sich prächtig. Sie wurden gute Landwirte, ebenso gute Krieger und später noch bessere
Säumer. Walsersiedlungen gab es auch im Valle Antigorio, nämlich Saley (ober und unter), Agher sowie Ausone.
Wenn Ihnen im Pomatt bekannte Gommer-Familiennamen auffallen, lassen Sie sich nicht täuschen, diese haben mit der
Walserwanderung von damals nichts zu tun. Denn im 13. Jahrhundert gab es für das normale Fussvolk noch keine
Familiennamen im heutigen Sinn. Die Bacher, Lagger, lmwinkelried, Anderlini, Matli, Zertanna, Ambiel, etc. kamen erst
viel später ins Pomatt. Zum grossen Teil waren es Säumer aber auch Alphirte oder Geschäftsleute.

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