Das Tal
Zwischen den schweizerischen Kantonen Wallis und Tessin schiebt sich wie ein
Keil von
Südwesten nach Nordosten das Eschental (oberer Talteil: Valle Formazza
oder auf deutsch
Pomatt, unterer Talteil: Val Antigorio). In der oberen Talhälfte,
dem Pomatt, wähnt man
sich oftmals ins Goms versetzt: die gleichen Holzhäuser,
Stadel und Speicher auf
Holzstelzen, winzige Kartoffeläcker, Wiesen und
Tannenwälder sowie eine Bevölkerung,
die in Aussehen und Sprache, mindestens
bis vor
einigen Jahrzehnten, den Gommer ähnelt. Es ist Walser Boden, den wir hier,
mitten
in welscher Umwelt, finden. Über den Gries- und
Albrunpass sind sie vor
rund
750 Jahren vom Goms herübergekommen, die walserischen
Siedler und suchten
hier eine neue Heimat. Das Pomatt ist zweifellos eines der schönsten
Walsergebiete
auf der Alpensüdseite und gleichzeitig die flächenmässig grösste
Gemeinde
der Provinz Novara. Bis 1920 war das Pomatt nur auf Eselsrücken oder zu
Fuss erreichbar.
Das Pomatt weist heute in etwa 450 Einwohner auf. In den letzten Jahren ist diese Zahl
ziemlich konstant geblieben, doch früher lebten im Tal viel mehr Leute.
Der Höchstand
wurde 1937/38 mit 738 Einwohnern erreicht, was auf das grosse Arbeitsangebot
beim
Kraftwerkbau zurückzuführen war.
Die Dörfer und Weiler
Insgesamt umfasst die Gemeinde Formazza neun Weiler, die ganzjährig bewohnt sind:
Undrumstaldä (Foppiano), das sich unterhalb des Staldens befindet,
den die Strasse in
sieben engen Kehren überwindet. Stafuwald (Fondovalle),
In dar Mattu (Chiesa), Tuffalt
(San Michele), Wald (Valdo), Zumstäg (Ponte),
Brendu (Brendo), Gurfelu (Grovella) und
Früduwald (Canza). Oberhalb der Tosa-Fälle,
auf der obersten Talstufe des Pomatts, liegen
die Weiler Uf ä Frütt
und Cherbäch
(Riale), die im Winter vor allem durch den Langlaufsport
wieder stark an Bedeutung
gewonnen haben und inzwischen ganzjährig touristisch
bewirtschaftet
werden. Auf der linken Talseite oberhalb von Stafuwald findet sich versteckt
der Weiler Puneiga (Antillone). Ein Kreuzweg führt von der Strasse unterhalb
Stafuwald
vorbei am idyllisch gelegenen kleinen See hinauf zum Weiler Puneiga mit seiner
Wallfahrtskirche.
Muraschg, die höchstgelegene Siedlung ist sogar ganz verschwunden. Sie
wurde dem
«Fortschritt» geopfert und die Häuser, aber auch
die Kapelle wurden nach dem
Staumauerbau vom See überflutet. Für die überschwemmte
Kapelle wurde auf dem Hügel
oberhalb von Cherbäch eine Kirche gebaut.
Das eigentliche Herz und Zentrum des Tales ist heute Zumstäg mit Sitz
der Schule, des
Gemeindehauses
und des Museums «Casa Forte». In
Wald finden sich die Skilifte für
den Alpinsport sowie der Sessellift
Sagersboden. Das Zentrum für den Langlaufsport liegt
einerseits in Tuffalt
mit dem Centro Fondo und seit einigen Jahren auch in der obersten
Talstufe, in Cherbäch.
Erwähnt sei an dieser Stelle auch der berühmte Tosa-Fall, der sich
vom Weiler Uf ä Frütt
über 143 Meter ins Tal hinabstürzt. Leider
ist es seit
dem Bau des Stausees von Muraschg
nicht mehr möglich, dieses Naturspetakel das
ganze Jahr hindurch zu beobachten.
Während den Ferienwochen im Sommer wird jeweils an den Wochenenden Wasser
aus
dem Stausee abgelassen und somit dem Tosa-Fall zu seiner alten Pracht verholfen.
Wanderroute Goms-Pomatt (Val Formazza)
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