pomatt
 
Mim Tälli

l weis nit warum
ni dêch äso gärä ha,
gittegi Seelu Dorna!

Mêt alti Umgiri
erchlêpfschtmi im Wênter,
bêsa t Farufä ergrifschtmer
un laschtmi bloses
in der Guksu
wa mis Plange geislut.
Dena mêt warmi Munci
un forborgnä Kschmakch
ferdênuscht mini Lêbi
in di hêpschu Tzitti
un ferukchtz, ferlêbemi un ferlêrämi in di tüsuk Ksechter
fa dim Herbscht.

Darum hänti gärä
un blibä mêtter
mis wêlt Tälli!


Meinem Tal

Ich weiss nicht, warum
ich dich so liebe,
geiziger Stachel der Seele!

Mit alten Gespenstern
erschreckst du mich im Winter,
sogar die Farben stiehlst du
mir und lässt mich nackt
zurück im Schneesturm,
der meine Sehnsucht peitscht.
Dann gewinnst du mit warmen
Küssen und zauberhaften
Gerüchen meine Liebe wieder
in den hübschen Zeiten
und, völlig verrückt, verliebe
und verliere ich mich
in den tausend Gesichtern
deines Herbstes.

Darum liebe ich dich
und bleibe dir treu,
mein wildes Tal!

Anna Maria Bacher, Pomatt
 
 
l Das Tal l Pumattertitsch l
 

Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus
Die Nutzung der Wasserkräfte hat für die wirtschaftliche Entwicklung der Talschaft eine
sehr grosse Bedeutung erhalten. Bis zu 50 Leute fanden bei der ENEL Arbeit, am meisten
in der zwischen 1930 und 1938 erbauten Zentrale in Zumstäg.
Insgesamt erzeugen die Pomatter Kraftwerke durchschnittlich 2 Milliarden KWh pro Jahr.
Aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Automation beschäftigen die Werke
aber bei weitem nicht mehr so viele Leute wie früher. Heute bietet die ENEL noch knapp
40 Arbeitsplätze.

Einige Arbeitsplätze bieten die insgesamt acht Steinbrüche, die sich auf dem Territorium
der Gemeinde befinden.

Das Handwerk ist im Pomatt kaum vertreten. Immerhin werden in einer Schreinerei
(In dar Mattu) Möbel hergestellt.

1987 wurde die «Cooperativa Nuova Formazza» eine Selbsthilfe-Organisation, die sich
zum Ziel gesetzt hat, Arbeitsplätze für die jungen Pomatter zu schaffen, ins Leben gerufen.
Man begann mit dem Bau eines Gemeinschaftsstalles (Wald), der die Existenz für drei
junge einheimische Bauern darstellt. Gleichzeitig konnte dadurch der Viehbestand, der
im Verlaufe von zehn Jahren von 600 Stück auf 75 Stück zurückgegangen war, wieder
vergrössert werden. Privat gibt es fast keine landwirtschaftlichen Betriebe mehr.
Einige Junge halten im Nebenerwerb Ziegen.

Im Dienstleistungssektor gibt es neben zwei Lebensmittelgeschäften, Bäckerei, Metzgerei,
Sportgeschäft und Campingplätzen (Stafuwald und Wald) gut ein Dutzend Restaurants
und Herbergen.

Erst vor kurzem sind zwei neue Restaurants/Hotels entstanden, ein weiteres befindet sich
im Bau (oberhalb des Tosafalls). Als Alternative zu Hotels stehen auch B&B Unterkünfte
zur Verfügung.

Eine Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten: (Vorwahl Italien 0039)

Albergo Corno Brunni, Zumstäg, Tel. 032463114
Albergo Edelweiss, Zumstäg, Tel. 032463033
B&B, Zumsteg, Tel. 032463080
Albergo Monte Giove, Wald / Zumstäg, Tel. 032463243
Albergo Pernice Bianca, Stafulstett (unterhalb Cherbäch), Tel. 032463200
Albergo Rotenthal, Wald, Tel. 032463260
Hotel Walserstube, Cherbäch, Tel. 032463069
B&B Stêble, Cherbäch / Riale, Tel. 03283391368
Agriturismo Ross Wald, Tuffald, Tel. 03388078072

In den letzen Jahren konnte beobachtet werden, dass sich die Pomatter wieder vermehrt
bemühen, die alte Bausubstanz so gut wie möglich zu erhalten.
So werden alte Walserhäuser wieder renoviert und mit Steinplatten gedeckt, wo früher
oftmals die Dächer mit Blech gedeckt wurden.

Es gäbe noch viel mehr übers Pomatt zu erzählen, am besten ist, du besuchst das Tal
einmal selbst und lernst Land und Leute kennen.